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System, Techniken, Exploration und ein Hühnchen

Hier ist noch was, was ich immer schon mal sagen wollte. Wir kennen ja alle dieses Diagramm (wenn nicht, Erklärung hier):

[Social Contract [Exploration [Techniques [Ephemera]]]]

System soll eine der fünf Komponenten der Exploration sein. Gleichzeitig soll System aber auch die Summe der angewandten Techniken sein (hat Ron mal geschrieben, ich weiß grad nicht mehr wo). Da geht m.E. etwas durcheinander. Das Modell vermengt in verwirrender Weise die tatsächlichen Abläufe einerseits und die Gesetzmäßigkeiten, denen diese Abläufe folgen, andererseits.

Was sind die tatsächlichen Abläufe?

[Geselliges Beisammensein [Verhandlung des gemeinsamen Vorstellungsraums]]

Was sind die relevanten Gesetzmäßigkeiten?

Geselliges Beisammensein: Gruppenvertrag
Verhandlung des gemeinsamen Vorstellungsraums: System

Ergo:

[Gruppenvertrag [System]]

Wo gehören jetzt die Techniken hin? Beschreiben sie den tatsächlichen Ablauf, oder sind es Regeln für den tatsächlichen Ablauf? Ein bisschen von beidem, würde ich sagen. Einerseits sind es wiederholbare tatsächliche Abläufe, und andererseits sind es Gesetzmäßigkeiten, die diese wiederholbaren tatsächlichen Abläufe vorgeben.

Und was wird jetzt aus den fünf Elementen der Exploration? Charakter, Setting, Situation und Color gehören weder zum tatsächlichen Ablauf, noch zu den Gesetzmäßigkeiten. Sondern es sind Charakteristika des gemeinsamen Vorstellungsraums, als Ergebnis der nach den relevanten Gesetzmäßigkeiten stattfindenden tatsächlichen Abläufe, soweit diese Rollenspiel-spezifisch sind. Also:

[gemeinsamer Vorstellungsraum = [Situation [Charakter][Setting]]+[Farbe]]

System hat mit diesen Vieren gar nichts gemeinsam, da System den Prozess der Erzeugung des gemeinsamen Vorstellungsraums bestimmt, nicht aber ein Aspekt des Inhalts des gemeinsamen Vorstellungsraums ist. Daher muss das Schaubild folgerichtig so aussehen:

[Gesetzmäßigkeiten = Gruppenvertrag [System [Regeln für Techniken]]]

[Abläufe = geselliges Beisammensein [Verhandlung des gemeinsamen Vorstellungsraums [Techniken]]]

[Ergebnis des Verhandlungsprozesses = gemeinsamer Vorstellungsraum = [Situation [Charakter][Setting]]+[Farbe]]

Oder?

(Disclaimer: Ich habe die Color vs. System-Diskussion auf dem GroFaFo aus Zeitmangel leider nicht verfolgen können und weiß daher nicht, ob dabei irgendwelche vergleichbaren oder weiterführenden Ergebnisse herausgekommen sind. Vielleicht kann mich ja jemand kurz aufklären?)
5.4.06 14:44
 


bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dom (5.4.06 15:37)
Zumr GroFaFo-System-Diskussion: Ich habe hier http://www.math.tu-clausthal.de/~madow/UnterteilungSystem.pdf eine Zusammenfassung über den Diskussionsstand etwa bei Posting #100 gemacht. Insbesondere Stefan hat danach noch ein paar weitere Ideen und Änderungswünsche geäußert, die weder diskutiert noch in den Text aufgenommen wurden.

Die Fußnoten sind dabei Anmerkungen, die mir während der Zusammenfassung aufgefallen sind und teilweise bereits geklärt wurden.

Dom


Frank Tarcikowski / Website (6.4.06 08:21)
Oha, da wart ihr ja richtig produktiv! Scheint mir auf den ersten Blick auch mit meinen Überlegungen kompatibel zu sein, oder?


Dom (6.4.06 10:21)
Ja, mehr oder weniger. Die grobe Struktur ist die gleiche: Exploration als solches erstmal weg, dafür System rein und den gemeinsamen Vorstellungsraum davon abtrennen.

Neben dem SIS haben wir dann eben noch die W-Ebene und das Rollenregister ausgemacht, über das ja auch das System bestimmt, wie dort die Belegungen sind (nach dem Lumpley-Begriff des Systems wären Rollenregister und W-Ebene Teil des Systems, denn auf dieser Grundlage werden ja neue Fakten verhandelt).

Dafür haben wir Character erstmal rausgeschmissen: Charaktere sind auch nur Fakten im gemeinsamen Vorstellungsraum. Farbe ist keine eigenständige Entität, sondern nur Teil der Fakten; wobei es Fakten gibt, die sozusagen nur aus Farbe bestehen. Andere Fakten sind gemischt Essenz (=der spielrelevante Teil) + Farbe. Und Situation ist einfach das "Jetzt" im Vorstellungsraum.

Wir hatten auch mal andiskutiert, die Vergangenheit im gemeinsamen Vorstellungsraum Setting zu nennen, dass haben wir aber aufgrund der Begriffsverwirrung wieder verworfen. Dieser Begriff ist also wieder "frei".

Dom


Frank Tarcikowski / Website (6.4.06 18:38)
Die Differenzierung Charakter/Setting/Situation ist mir auch nicht so wichtig, weil nicht relevant. Da halte ich eher für lohnend, sich über die Rolle von Autoren-generierten SIS-Versatzstücken zu unterhalten (i.e. „Setting does matter“). Aber das ist hier nicht mein Thema. Mir geht es mehr um die klare Differenzierung von Prinzip/Prozess/Resultat. Dadurch sieht man, dass Exploration und Techniques eigentlich beides verkorkste Begriffe sind.


Dom (7.4.06 09:09)
Das mit dem Verhandlungsprozess ist so eine Sache, bei der wir uns noch nicht so ganz klar geworden sind; wir haben ja zunächstmal über das Prinzip (System) und Resultat (=SIS+W-Ebene+Rollenregister) diskutiert und wie diese zusammenhängen. Zwischendurch sind wir immer mal wieder der Frage nachgegangen, wo denn die Spieler eigentlich zu finden sind... aber bisher ohne richtigen Erfolg.

Ich sehe die Spieler bzw. den Prozess der Verhandlung ähnlich wie du zwischen System und Ergebnis. Also: Die Spieler haben ein System und benutzen es, um das Ergebnis zu diskutieren. Genauer: Das System besteht aus irgendwelchen Regeln. Davon suchen sich die Spieler welche aus, wenden sie an und kommen dadurch zum Ergebnis.
Boomslang ist da anderer Meinung: Die Spieler bewegen sich innerhalb der Regeln, sind daher überall und müssen daher nicht explizit aufgeführt werden (oder so ähnlich -- momentan verstehen wir uns da gegenseitig nicht so richtig).

Über den Begriff Techniken haben wir bisher nicht weiter nachgedacht. Deine Trennung in "Regeln für Techniken" und "Techniken" erscheint mir aber etwas seltsam. Denn wenn ich die Regeln für Techniken anwende, würfele ich doch danz konkret, verhandele konkret, usw. Das sind doch dann Ephemera.

Nach meinem Verständnis sind die Techniken als Regeln im System verankert. Man könnte vielleicht sogar soweit gehen, und Techniken=Regeln setzen. Damit hätte man dann eine Trennung Techniken auf der Systemebene und Ephemera auf der Verhandlungsebene.

Dom


Frank Tarcikowski / Website (7.4.06 13:00)
Techniken = Regeln finde ich gut. Dann müsste man zwar wohl die Forge-Definition geringfügig abwandeln, aber das wäre eine sinnvolle Abwandlung.


Dr.Boomslang (7.4.06 18:18)
Ich freue mich das Dom und ich nicht die einzigen sind die diese Überarbeitung für sinnvoll halten.
Die Unterscheidung in Prozess und Produkt war wohl nötig, genauso wie die genauere Untersuchung dieses Prozesses, die ist auch noch keineswegs abgeschlossen.

@ Dom
Übrigens hast du ja nicht mehr weiter auf den Thread geantwortet, ich würde das aber schon gerne noch weiter entwickeln.
Nur nachdem Stefan jetzt anscheinend abgesprungen ist weil er irgendwie alles ganz anders sieht oder das was wir bisher haben für überflüssig hält, sind wir natürlich nicht mehr so viele.

Was Spieler und System angeht so ist meine Ansicht da eigentlich ganz einfach: Die Spieler sind das System.
Ich kann verstehen wenn man die Spieler vom System trennen will und da habe ich auch eigentlich garnichts dagegen, man muss nur aufpassen auf welche Weise sich dann das was als "System" übrigbleibt verändert.
Wir sollten das ruihig weiter diskutieren.

Btw: Ist das jetzt hier das Anti-Grofafo, oder warum sind alle interessanten Theorie Diskussionen jetzt hier und im Grofafo keine mehr?


Frank Tarcikowski / Website (7.4.06 20:06)
He he.

1) Der Unterschied zwischen dem Prozess und dem ihm zugrunde liegenden Prinzip ist fein, aber vorhanden. Allerdings funktioniert die Analyse des Prozesses nur über das Prinzip, sodass wir, wenn wir über die Spieler reden, immer über das System reden müssen. Insofern sind wir gar nicht unterschiedlicher Meinung, wir nähern uns dem Problem nur etwas anders.

2) Das hier ist nicht Anti-GroFaFo. Es ist GroFaFo Deluxe. (Bis auf die Software.) Nö, im Ernst. Im GroFaFo gibt es einfach zur Zeit zu viele unausgelastete Leute, die auch reden, wenn sie gar nichts zu sagen haben. Hier sind wir unter uns, und es weint auch niemand, wenn wir Jargon benutzen. Die Software ist aber ein Problem. Ich würde ja ein Forum hosten, wenn ich den entsprechenden Skill gesteigert hätte...

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